seit über 30 Jahren fahre ich nun meine Arabella de Luxe und kann behaupten, dass ich nahezu jedes Schräubchen kenne. Momentan habe ich die Möglichkeit und möchte mich etwas mehr bei den Arabella Freunden einbringen. Bei einer vor 5 Jahren begonnenen sequentiellen Teilinstandsetzung, wollte ich auch unbedingt aus Sicherheitsgründen eine gute Stromversorgung in meine Arabella einbauen und habe mir einen selbstgefertigten neuen Kabelbaum eingezogen. Der TÜV Prüfer hat mir anschließend attestiert, noch nie ein Fahrzeug mit 6V Anlage mit einer derartigen „Lichtausbeute“ gesehen zu haben.
Das Vorbild zum Neuaufbau eines Arabella Kabelbaum ist die Kabelbaum-Erneuerung für Isabellas von Egon Krill. Einem engagierten Borgward IG Clubmitglied. Er hat mir seinerzeit einen (Prototypen-) Kabelbaum für meine Isabella TS aufgebaut.
Für den neuen Arabella Kabelbaum werden ausschließlich FLRY-Fahrzeugkabel verwendet. Diese unterliegen der DIN/ISO Norm (Brandschutzklasse, Witterungsbeständigkeit etc.). FLRY Kabel haben zudem den großen Vorteil eines höheren Leitungsquerschnittes bei ähnlichem Kabel-Gesamtdurchmesser. Dies hilft den Leitungswiderstand zu reduzieren und ermöglich somit eine bessere Stromversorgung an den Verbrauchern. Z.B. können so Originalkabel mit einem Leitungsquerschnitt von 0,5mm² durch neue Kabel mit einem Querschnitt von 0,75 oder 1 mm² ersetzt werden (Verbesserung 75%-100%). Zur Reduzierung der Leitungswiderstände können zusätzlich die „Großverbraucher“ mit separaten Massekabeln ausgerüstet werden.
Technischer Hintergrund: Ich selbst bin Dipl.-Ing. Fahrzeugbau und hatte bis dato mit Elektrik nur die „notwendigsten“ Berührungspunkte an meinen Fahrzeugen. Die Übernahme des Vorgehens von Egon Krill, ermöglicht allerdings ein nahezu fehlerfreies Abarbeiten von mechanischen Abläufen auch für „Elektrik-Laien“. Der Aufwand liegt bei ca. 200-300€ für das Material und ca. 60-80 Arbeitsstunden. Er könnte sicherlich noch optimiert werden bei z.B. Beschaffungsbündelung und Erfahrungszuwachs in der Arbeitsabfolge. Das Kabelverlegen ist hierbei nicht unbedingt der Zeitfresser, eher die Erzeugung der Schnitt- und Anbindungspunkte an die einzelnen Verbraucher. An den zentralen Punkten, wie Sicherungsleiste und Instrumentenversorgung, ist die Arbeit etwas pfriemelig, da hier selbstverständlich die größte Kabeldichte im ganzen Kabelbaum vorherrscht.
Bei entsprechendem Interesse und Nachfrage, könnte ich anbieten Kabelbäume für Arabellen nachzubauen. Es besteht die Möglichkeit optionale Ausrüstung zu integrieren, wie zum Beispiel Radio oder Warnblinkanlage.
Viele Grüße
Markus Zernke
Das analoge Vorgehen gem. Egon Krill für die Arabella ist wie folgt:
1.
Den vorhandenen Kabelbaum aus der Arabella ausbauen und auf eine Unterlage (in meinem Falle 3 Sperrholztafeln klappbar) in ungefährer Einbaulage aufspannen
2. Datenquellen (Schaltplan und Kabelverlegungsplan aus Bedienung, Pflege, Wartung der Arabella) und vorhandenen Kabelbaum analysieren und auswerten
- Kabelquerschnitte
- Kabellängen
- Kabelfarben
- Durchmesser und Längen der PVC Kabelrohre
- Anzahl und Art der Steckverbinder etc.
3. Beschaffung des Materials
- Kabel
- PVC Rohre
- Steckverbinder, Kabelschuhe etc.
4. Anfertigung eines neuen Kabelbaums (auf der Aufspanntafel) und Resultat